Empowerment Coaching: Ein ganzheitlicher Ansatz

Das ganzheitliche Empowerment Coaching sehe ich als einen der effektivsten und effizientesten Wege, Menschen bei ihrer Potenzialentfaltung und Bewältigung ihrer Herausforderung zu unterstützen. Was aber bedeutet ganzheitlich? Diese Eigenschaft betrifft sowohl den methodischen Mix aus den Hauptformaten Coaching, Training und Beratung als auch die inhaltliche Ausrichtung. Ganz allgemein ausgedrückt bedeutet ganzheitlich, dass man zur Lösung von Problemen das Blickfeld erweitert und nicht versucht, an der ersten Stellschraube zu drehen, die man auf Anhieb erkennt.


Innenwelt und Außenwelt

Ganzheitlich bedeutet zum einen, dass Lösungen nicht nur in der Innenwelt des Klienten (Gedanken, Gefühlen, Einstellungen etc.) anvisiert werden, sondern durch entsprechende Veränderungen in der Außenwelt (Verhaltensweisen) vervollständigt werden. Was bringt die alleinige Einsicht, dass Fast Food schädlich für die Gesundheit ist, wenn keine tatsächliche Verhaltensänderung erfolgt? Andersherum ist der Versuch, bestimmte Verhaltensroutinen zu verändern, ohne die ihnen zugrunde liegenden Einstellungen anzupassen, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Untersuchungen zeigen, dass z.B. die Einstellung, Übergewicht käme durch eine schlechte Ernährung eher Übergewicht vermeidet als wenn man die Einstellung hat, dass fehlende Bewegung die Ursache für Übergewicht sei.


Individuum und Umfeld

Ein weiterer Aspekt der Ganzheitlichkeit betrifft die systemische Sicht auf die Situation des Klienten. Das bedeutet, dass der Coach sich bewusst ist und dem Klienten bewusst macht, dass jede Situation und Handlung in vielfältigen Ursache-Wirkungs-Beziehungen steht und dass diese für die Entwicklung einer nachhaltigen Lösung zu berücksichtigen sind. So soll u.a. verhindert werden, dass die richtige Lösung für ein falsches Problem generiert wird, so als würde man im Falle von Kopfschmerzen als Folge eines Hirntumors herkömmliche Kopfschmerztabletten einnehmen. Beispielsweise besagt die systemische Sicht im Falle der Veränderung von Ernährungsroutinen, dass zu berücksichtigen ist, ob eine Person in ihrem Alltag die Möglichkeit hat bzw. sich diese schaffen kann, ungesundem Essen wie Fast Food aus dem Weg zu gehen. Eine Studentin, die in einer Klicke unterwegs ist, die häufig Fast Food konsumiert, befindet sich in einem System, das für die Veränderung hin zu gesunden Essgewohnheiten nicht unbedingt förderlich ist. Es sei den die Studentin schafft es, die anderen Gruppenmitglieder mitzunehmen. Falls es nicht gelingt und die Studentin weiterhin in dieser Klicke bleiben will, ist die Veränderung mit größeren Hürden verbunden, was dazu führen könnte, dass die Studentin die Veränderung entweder nicht initiiert oder nicht konsequent umsetzt, z.B. weil sie vermeiden möchte, von den Gruppenmitgliedern abgelehnt zu werden. Das heißt also, dass ein ganzheitlicher Ansatz nicht nur das Individuum selbst betrachtet, sondern auch sein Umfeld und die darin involvierten Personen berücksichtigt. Dies hat wiederum zur Folge, dass Lösungen manchmal nicht sofort, nicht in vollem Umfang und/oder nicht in voller Intensität umsetzbar sind, sondern dass Umwege und Zeitverzögerungen einzukalkulieren sind.


Sinnliches und Übersinnliches

Mit sinnlich ist hier alles gemein, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können (Sehen, Riechen, Schmecken etc.), wohingegen die „Wahrnehmung“ des Übersinnlichen auf das Vertrauen bzw. den Glauben zurückgeht, dass es Dinge oder Phänomene gibt, die zwar nicht mit unseren herkömmlichen Sinnen wahrnehmbar sind, aber dennoch existieren können. Beispielsweise kann man hier den Glauben an Gott, an Karma, an eine höhere Macht oder Energie nennen, die über uns Menschen hinausgeht, d.h. uns transzendiert und dem Leben Sinn und Richtung verleiht. Und genau hier kommt die Spiritualität ins Spiel, der Glaube daran, ein Teil von etwas Größerem zu sein. Warum ist dies aber im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes im Empowerment Coaching wichtig? Durch Spiritualität können Menschen Hoffnung entwickeln, welche ihnen zur Überwindung schwieriger Lebensumstände hilft. Das heißt, wenn im Außen große Hürden und Stolpersteine auf dem Weg des Klienten liegen und er in der sinnlichen, physischen Welt erst einmal nicht viel ändern kann, so kann er doch aus dem Übersinnlichen Kraft, Hoffnung und Energie schöpfen, um nicht zu verzweifeln. Dort, wo Kontrolle und Tun nicht mehr wirken, werden Akzeptanz, Vertrauen und Hoffnung benötigt.

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