Vier Dimensionen der Persönlichkeitsentwicklung für ein authentisches und erfülltes Leben




Wenn Du Dir folgende Fragen stellst, solltest Du diesen Blogbeitrag auf jeden Fall lesen.

  1. In welchem Bereich soll ich mich wie und wann weiterentwickeln, um ein erfülltes Leben leben zu können?

  2. Woher weiß ich, wann ich lernen und wann ich das Erlernte anwenden soll?

  3. Wie kann ich Balance und Gleichgewicht in meine persönliche Weiterentwicklung bringen, um nicht im Hamsterrad der Persönlichkeitsentwicklung einen Burnout zu erleiden?

Integrale Lebenspraxis

Falls Du diese Gedanken auch hast, sollst Du wissen, Du bist damit nicht allein. Wir sitzen im selben Boot. Denn genau diese Fragen habe ich mir auch gestellt und ich verliere sie auch bewusst nicht aus den Augen. Etwas, das mir sehr gut geholfen hat, die Antworten auf diese Fragen zu finden, ist das Konzept der integralen Lebenspraxis. Dieses kann uns als ein Bezugsrahmen dienen, um die vielfältigen Möglichkeiten und Optionen, die wir haben, sinnvoll zu nutzen. Die Landkarte der integralen Lebenspraxis ist u.a. durch vier Felder (siehe Abbildung) gekennzeichnet, die ich im Folgenden kurz erläutern werde. Das Konzept der integralen Lebenspraxis geht in seiner ursprünglichen Form zurück auf Ken Wilber, Terry Patten, Adam Leonard und Marco Morelli. In der von mir hier dargestellten Form sind leichte Anpassungen möglich und auch enthalten. Nachdem ich Dir die integrale Lebenspraxis in ihren Grundzügen vorgestellt habe, teile ich auch mit Dir, wie genau es mir persönlich weitergeholfen hat.


Vier Felder der integralen Lebenspraxis

Feld 1. Die Innenwelt des Individuums

Einfach ausgedrückt bedeutet es, dass wir Menschen als irdische Wesen in zwei Welten leben, nämlich in der Innen- und der Außenwelt. In unserer Innenwelt gibt es Gedanken, Gefühle, Werte, Überzeugungen, kognitive Fähigkeiten usw. Also alles, was erst einmal nicht sichtbar ist und uns dennoch als Individuum treibt. Das ist das erste Feld, das für unsere Entwicklung relevant ist, die Innenwelt. „Ich liebe mich selbst.“ kann ein Gedanke sein, das in uns bzw. unserer Innenwelt existiert wie die Fähigkeit der Selbstreflexion. Beide Beispiele beziehen sich auf unsere eigene Person.


Integrale Persönlichkeitsentwicklung (Quelle: eigene Darstellung)

Feld 2. Die Außenwelt des Individuums

Das zweite Feld ist die Außenwelt, d.h. der Ort, an dem die Innenwelt, insbesondere durch unser Verhalten zum Ausdruck kommt. Beispielsweise reicht es nicht aus, wenn ich nur den Gedanken oder das Wissen darüber habe, dass gesunde Ernährung gut ist. Mindestens so wichtig ist es, diesen Gedanken auch in die Tat umzusetzen. Das heißt also, dass das Sammeln von Wissen als fachliche Weiterentwicklung irgendwann pausiert und das Wissen mit Leben gefüllt werden sollte. Manchmal passiert es nämlich, dass wir uns schwerpunktmäßig in der Innenwelt bewegen und kaum etwas nach außen tragen. Selbstliebe auf gedanklicher Ebene braucht auch einen Transfer in die Außenwelt, damit wir aus Gedanken Erlebnisse und Erfahrungen machen können.

Feld 3. Die Innenwelt der Gemeinschaft

Im dritten Feld sind Gedanken, Gefühle, Werte, Überzeugungen, kognitive Fähigkeiten usw. angesiedelt, die unser Miteinander im sozialen Umfeld ausmachen, aber nicht sichtbar sind. Sie machen unsere Innenwelt mit Blick auf die Gemeinschaft aus. Beispielsweise sind gemeinsame Werte in der Partnerschaft etwas, was sich in diesem Feld wiederfindet. Oder eben auch Hilfsbereitschaft als ein Wert, den ich als Individuum bzgl. meiner Rolle in der Gemeinschaft habe. Ein anderes Beispiel für dieses Feld ist die Fähigkeit der Empathie, denn Empathie bedeutet, dass wir in der Lage sind, uns in andere Menschen hineinzuversetzen. Alle diese Beispiele sind Teil unserer Innenwelt und erst einmal nicht sichtbar, es sein denn wir füllen sie mit Leben.

Feld 4. Die Außenwelt der Gemeinschaft

Im vierten Feld kommt schließlich zum Ausdruck, was wir aus der Innenwelt in die Gemeinschaft hineintragen. Beispielsweise kann es sein, dass wir uns ehrenamtlich im Kinderhospiz engagieren und damit tatsächlich etwas in die Tat umsetzen. Hinter diesem sichtbaren Verhalten steht ein gemeinschaftsbezogener Wert, nämlich Hilfsbereitschaft. Auch ist in diesem Feld unser Miteinander bzw. unser sichtbares Verhalten in der Partnerschaft und unseren sonstigen Beziehungen angesiedelt.


Zusammenfassend für diesen Moment bedeutet das Konzept der integralen Lebenspraxis, dass wir uns im Innen wie im Außen, auf individueller wie auf gemeinschaftlicher Ebene weiterentwickeln müssen. Also dass wir nicht nur z.B. Wissen über Stressbewältigung sammeln, sondern auch Stressbewältigung tatsächlich leben, z.B. durch Sport, Meditation usw. Dass wir nicht nur und nicht allein im stillen Kämmerlein meditieren und uns zurückziehen, sondern auch ein aktiver Teil der Gemeinschaft sind. Dass wir uns z.B. nicht an unserem Partner "vorbeientwickeln", ohne ihn mitzunehmen, sondern gemeinsam unsere Werte entwickeln (Innenwelt) und leben (Außenwelt).

Sobald wir uns nur auf ein Feld konzentrieren, entsteht eben Disbalance. Das Gebot, die Innenwelt nach außen zu tragen bzw. Inneres mit Leben in der Außenwelt zu füllen, zielt darauf ab, dass wir nicht nur kognitiv und kopflastig unterwegs sind, sondern auch Theorie-Lernpausen machen und tatsächlich leben und erleben usw.

Meine persönliche Erfahrung - Ein Auszug

Ich habe z.B. irgendwann gemerkt, dass ich eine Disbalance zwischen Feld 1 und 2 hatte. Das heißt, ich habe sehr viel kognitive Arbeit gemacht, sehr viel nachgedacht, gelernt und mich weiterentwickelt, aber meine körperliche Fitness vernachlässigt. Heute achte ich auf einen ausgewogenen Alltag und integriere körperlich Aktivitäten wie Tanzen, Spaziergänge und Krafttraining. Dabei habe ich den Schwerpunkt nicht von innen nach außen verlagert, sondern ein Gleichgewicht zwischen innen und außen geschaffen. Eine Disbalance zwischen Feld 1 und 3 hatte ich nicht, weil ich mich nicht nur mit mir selbst, sondern schon immer intensiv auch mit meiner Rolle und meinem Platz in der Gemeinschaft beschäftigt habe. Beispielhafte Themen sind Liebe, Freundschaft usw. Eine leichte Disbalance hatte ich aber zwischen Feld 3 und 4 und zwar in der Form, dass ich wusste, welchen Platz und welche Rolle ich in der Gesellschaft haben und leben möchte, aber ich bin damit nicht rausgegangen. Ich habe meine Werte nicht in Taten übersetzt. Heute lebe, tue und arbeite ich das, was ich liebe, helfe damit anderen Menschen und bin erfüllt. Du merkst, ich hatte meine Disbalance eher zugunsten der Innenwelt. Lange Zeit dachte ich, ich wäre ein introvertierter Mensch. Heute erlebe ich aber, dass ich sowohl gut in der Innenwelt als auch gut in der Außenwelt unterwegs sein kann. Heute lebe ich in Balance.


Wie kannst Du dieses Wissen konkret für Dich nutzen?

Soweit so gut. Wie kannst Du nun dieses Wissen für Dich nutzen und was kannst Du sofort umsetzen? Du kannst als erstes eine simple Bestandsaufnahme für Dich machen. Stelle Dir die folgenden Fragen, um herauszufinden, ob Deine persönliche Entwicklung durch Balance oder eher Disbalance geprägt ist. Die Antworten auf diese Fragen werden Dir auch helfen, um für Dich die nächsten Schritte Deiner Entwicklung herauszufinden. Ideal ist schließlich eine ausgewogene Entwicklung über alle vier Felder hinweg.

  1. Auf welches Feld hat sich Deine persönliche Entwicklung in den letzten drei bis fünf Jahren konzentriert?

  2. Wenn Du zu sehr im Außen unterwegs bist/warst: Welcher „Inside Job“ ist längst überfällig? Wenn Du im Außen tust und tust und tust und dennoch nicht weiterkommst oder Deine Gesundheit leidet, dann ist evtl. ein wichtiger Inside Job zu erledigen.

  3. Wenn Du zu sehr im Innen unterwegs warst/bist: Was musst Du dringend in der Außenwelt in die Tat umsetzen? Fällt Dir die Umsetzung schwer? Dann halten Dich möglicherweise limitierende Glaubenssätze auf. Dann ist ein weiterer Inside Job zu erledigen, damit Du leichter den Weg in die Außenwelt finden kannst. Dieser Inside Job ist dann z.B. die Auflösung limitierender Glaubenssätze.

  4. Wenn Du zu sehr mit Dir selbst beschäftigt warst/bist: Welchen Teil/Aspekt der Gemeinschaft/im Miteinander musst Du weiterentwickeln? Brauchst Du Fähigkeiten wie Empathie, emotionale Intelligenz, Konfliktkompetenz oder einfach mehr Zeit für das Miteinander usw.?

  5. Wenn Du zu sehr mit der Gemeinschaft, anderen Menschen und ihren Bedürfnissen beschäftigt warst/bist: Welchen persönlichen Aspekten Deines Lebens musst Du mehr Beachtung schenken? Mehr Selbstliebe, mehr Zeit für Dich, usw.?

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Blogbeitrag Dich in Deiner persönlichen Entwicklung oder auch in Deiner beruflichen Tätigkeit - falls Du Coach bist - methodisch inspirieren. Bei Fragen kannst Du Dich gerne an mich wenden. Auch bist Du herzlich willkommen in der Facebook-Gruppe "Erfolgreich durchstarten mit Deinem Herzensbusiness als Coach", wo wir uns näher kennenlernen und austauschen können.


Denke dran, sobald Du diesen Artikel nicht nur liest und verstehst, sondern auch tatsächlich etwas mit dem Inhalt in der Außenwelt anstellst (z.B. Fragen beantworten auf einem Blattpapier und konkrete Schritte daraus ableiten), bist Du integral unterwegs 😉 Damit entlastest Du auch Deinen Kopf.


Alles Liebe für Dich.

Deine Sol ☀️

© 2019 by Dr. Sol Alevifard

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