Wie finde ich meine Berufung?


Was ist denn eigentlich Berufung? Bis vor einigen Jahren wusste ich das auch nicht. Zwar wusste ich, dass ich nach einem Beruf oder einem Job suche, der mir und meinem Naturell entspricht, jedoch wusste ich nicht, dass ich mit der Suche nach „Berufung“ im Netz schlauer werden würde.

Es sind nun einige Jahre vergangen und ich habe tatsächlich meine Berufung gefunden. Dazu gehört für mich nicht nur der Aspekt, dass ich etwas tue oder einen Beruf ausübe, der mir entspricht, sondern einiges mehr. Dazu komme ich gleich. Aber einige Punkte möchte ich doch vorwegnehmen.

  • Meines Erachtens muss die Berufung nicht unbedingt die Tätigkeit sein, womit man seinen Lebensunterhalt verdient. Die Berufung kann man ebensogut im Rahmen eines Hobbys oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit mit Leben füllen. Nur ist es so, dass wenn wir mit unserer Berufung tatsächlich unseren Lebensunterhalt sichern wollen, wir zwei wichtige Punkte berücksichtigen müssen. Welche zwei Punkte das sind, erfährst Du noch.

  • Auch möchte ich vorwegnehmen, dass es sich bei der Berufung um mehr handelt als nur einen Beruf oder einen Job. Den entscheidenden Unterschied macht der individuell erlebte tiefere Sinn, welcher der Berufung innewohnt, bei Beruf bzw. Job hingegen nicht gegeben sein muss. Der tiefere Sinn hat hier eine spirituelle Komponente, d.h. die Berufung ist etwas, was nicht nur meiner eigenen Person zugute kommt. Der Mehrwert bzw. der Nutzen, der durch das Leben unserer Berufung entsteht, geht über unsere eigenen Bedürfnisse hinaus und hilft auch anderen Menschen, Tieren und generell Lebewesen.

  • Zudem kann es gut sein, dass wir unsere Berufung nicht finden. In diesem Fall ist Kreieren angesagt.

  • Weiterhin liegt dem Konzept der Berufung die Annahme zugrunde, dass jeder Mensch gewisse Talente und Stärken sowie Leidenschaften hat, auch wenn diese ihm nicht immer bewusst sind.

  • Die Berufung kann man schließlich sowohl in einem Angestelltenverhältnis finden als auch im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit oder eben - wie bereits erwähnt - in einer ehrenamtlichen Tätigkeit.

Wie findet bzw. kreiert mann man nun seine Berufung? Grundsätzlich spielen drei Bereiche eine Rolle, wenn es darum geht, die eigene Berufung zu finden, nämlich Können, Wollen und Sollen. Was heißt? Ich stelle Dir einige Fragen, die Dir eine Idee vermitteln, was gemeint ist und warum gerade diese drei Bereiche wichtig sind. Also, los geht es.

  1. Kannst Du Dir vorstellen, ein Leben lang etwas tun zu müssen, was Dir zwar Spaß machen würde, was Du aber nicht so gut kannst bzw. was Dir gar nicht liegt?

  2. Oder kannst Du Dir vorstellen, ein Leben lang etwas zu tun, was Dir überhaupt keinen Spaß macht, auch wenn Du die benötigten Fähigkeiten mitbringst und es auch Menschen gibt, die sich für Deine Arbeit interessieren und Dich dafür bezahlen?

  3. Oder kannst Du Dir vorstellen, dass Du ein Leben lang etwas tust, was Du liebst und gut kannst, wofür sich aber niemand interessiert und was niemand braucht?

Die Antwort lautet in allen drei Fällen wahrscheinlich „nein“. Und genau darum geht es. Unsere Berufung sollte grundsätzlich drei Kriterien erfüllen. Sie muss eine Tätigkeit sein,

die uns liegt (Können), die uns Spaß macht bzw. Freude bereitet (Wollen) und wofür sich andere Menschen interessieren bzw. etwas, wofür es eine Nachfrage gibt (Sollen).


Ist eines dieser Kriterien nicht erfüllt, wird es mit der Berufung problematisch. Wenn wir nicht können, aber wollen und sollen, kann es sein, dass wir aufgrund ausbleibender Erfolge frustrieren, uns wie Versager fühlen und in Folge dessen unser Wohlsein und vielleicht sogar unsere Gesundheit beeinträchtigen.


Das Gleiche gilt, wenn wir können und sollen, aber nicht wollen. Hier sind tägliche Demotivation und Aufschieberitis vorprogrammiert. Diese führen wiederum dazu, dass wir mit bzw. in unserem Tun nicht brillieren können. Wir geben bei kleinsten Hindernissen schnell auf und müssen sehr viel Kraft und Energie aufwenden, um uns zur Arbeit zu schleppen und uns immer wieder aufzuraffen.


Schließlich ist der oben bereits beschriebene tiefere Sinn nicht gegeben, wenn wir etwas tun, was uns liegt und uns Spaß macht, womit wir aber niemandem helfen oder wofür es keine Nachfrage gibt. Alleine im Keller mit Freude und Kompetenz etwas zu basteln, was niemand braucht, ist ein Hobby, aber keine Berufung.


Deine Berufung hast Du gefunden, wenn Du das Gefühl hast, Du bist mit Deinem Tun genau auf dem richtigen Fleck im Universum. Das heißt, Du tust etwas, was Dir Freude bereitet, was Du sehr gut kannst und was benötigt wird. Das ist eine runde Geschichte. Es fühlt sich so an, als wärest Du genau dafür gemacht und vorgesehen.


Jemand, der die Kompetenzen eines Feuerwehrmanns sowie die Liebe zu dieser Tätigkeit mitbringt, kann sich auch ehrenamtlich engagieren. Hier sind alle drei Kriterien (Können, Wollen, Sollen) erfüllt. Die Nachfrage nach Menschen, die freiwillig sich in Lebensgefahr bringen, um andere zu retten, dürfte immer gegeben sein.

Was muss man aber beachten, wenn man mit seiner Berufung seinen Lebensunterhalt sichern möchte. Hier splittet sich die Komponente Sollen in zwei Unterpunkte auf, nämlich Nachfrage und Zahlungsbereitschaft. Das heißt, dass es nicht mehr ausreicht, dass das, was wir gut können und lieben, auch benötigt wird. Vielmehr muss es Menschen und/oder Institutionen geben, die uns dafür bezahlen, dass wir uns im Sinne unserer Berufung einbringen.


Wenn Du also auf der Suche nach Deiner Berufung bist, dann solltest Du folgende Fragen für Dich beantworten. Die Schnittmenge aus den Antworten ist Deine Berufung oder gibt Dir zumindest eine Orientierung.

  1. Was sind Deine Fähigkeiten, Stärken und Talente?

  2. Was sind Deine Vorlieben und Leidenschaften?

  3. Wofür gibt es einen Bedarf/eine Nachfrage?

  4. Wofür gibt es die für Dich passende Zahlungsbereitschaft?

Du kannst bei der ersten Frage starten und Deine Antworten ausgehend davon immer weiter eingrenzen. Wenn Du z.B. sehr gut organisieren, schreiben, singen, malen und rechnen kannst, aber das Rechnen alles andere für Dich ist als Leidenschaft, dann besteht Deine Liste nach der Beantwortung der zweiten Frage aus organisieren, schreiben, singen und malen. Nach dieser Logik verschlankst Du die Liste weiter bis Du alle Fragen beantwortet hast. Die Tätigkeit, die am Ende übrig bleibt, ist der Schlüssel zu Deiner Berufung.


In diesem Beitrag hast Du natürlich ein grobes Vorgehen kennengelernt, wie Du Deine Berufung finden kannst. Alles Weitere würde den Rahmen sprengen. Wenn Du Dich systematisch und mit professioneller Unterstützung mit Deiner Berufung auseinandersetzen möchtest, melde Dich gerne bei mir. Wenn ich ausgebucht bin, empfehle ich Dir gerne einen kompetenten Coach aus meinem Netzwerk.


Alles Liebe für Dich.

Deine Sol ☀️

© 2020 by Dr. Sol Alevifard

Dr. Sol Alevifard

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